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Kloster Bursfelde - Zurück zu alter Frömmigkeit

Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen - Denkmalportrait


Kloster Bursfelde.  
Kloster Bursfelde, Ldkr. Göttingen, die ehemalige Benediktinerabtei.

Nur wenige Kilometer von der Dreiflüssestadt Hann. Münden entfernt liegt inmitten eines kleinen Dorfes ein bedeutendes Kloster. 1093 gründete hier Heinrich der Dicke von Northeim eine Benediktinerabtei mit Mönchen aus Corvey. Sie sollte die territorialpolitische Stellung der Grafen stärken, als Grablege dienen und Stätte ihres Gebetsgedenkens sein. Im Ursprungsbau wurde dann auch der von den Friesen erschlagene Stifter bestattet, dessen Tochter Richenza als Ehefrau Lothars von Supplinburg einmal Kaiserin sein wird. Die Fernsicht wird durch den beherrschenden Westriegel mit seinen zwei vieleckigen Turmhelmen bestimmt. Die als Basilika errichtete Kirche besteht aus dem dreischiffigen, flach gedeckten Chor und Langhaus, deren Aufteilung durch den Einbau von zwei Trennwänden im 19. Jahrhundert ohne Sichtverbindung noch unterstrichen wird, die zugleich einen Flur quer in der Kirche entstehen ließen. Die mehrfach restaurierten Wandmalereien sind mittelalterlichen Ursprungs.

Das Kloster besitzt mit der Bursfelder Kongregation einen festen Platz in der Geschichte. Nach dem Ende des Karolingerreiches folgte mit dem "Dunklen Jahrhundert" im kirchlichen Leben ein moralischer und materieller Tiefpunkt mit schwere Missständen. Die großen Menschenopfer kostenden Seuchen Lepra und später Pest wurden als Gottesstrafen gedeutet, der Streit der beiden Gottesvertreter auf Erden von Kaiser und Papst im Investiturstreit, der Bedeutungsverlust der benediktinischen Orden durch die Zisterzienser, dann durch die Bettelorden, allen voran die Franziskaner, und besonders bedrückend das Abendländische Schisma, das Auftreten von zeitweise drei Päpsten. Kurzum: Die Welt war in Unordnung. Reformbestrebungen sollten Abhilfe schaffen.

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Dietmar Vonend

Berichte zur Denkmalpflege, Heft 3/2016.  

Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen, Heft 2/2017
ISSN 0720-9835
Preis 7,00 Euro/Einzelheft
Jahresabonnement 20,00 Euro
Die Zeitschrift erscheint vierteljährlich und ist in allen Buchhandlungen erhältlich.

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