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Das EDV-gestützte Monitoring-Verfahren für die Bilderdecke der Hildesheimer Michaeliskirche

Erforschung eines Weltkulturerbes durch das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege 1999-2006


Das EDV-gestützte Monitoring-Verfahren für die Bilderdecke der Michaeliskirche wurde auf der Grundlage eines durch die Wenger-Stiftung geförderten Projekts erarbeitet, das vom Deutschen Bergbau-Museum (DBM) und der Evangelischen Landeskirche Hannovers 1999 unter der Leitung des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege (NLD) an der Decke durchgeführt wurde.

Einrüstung der Decke
Einrüstung der Decke für die Voruntersuchungen 1999 und während der Konservierung 2005. Blick nach Osten.

Die Michaeliskirche gilt als eine der bedeutendsten Leistungen ottonischer Baukunst. Seit 1985 gehört sie zum Weltkulturerbe. Im Langhaus befindet sich die größte und bedeutendste Monumentalmalerei, die aus mittelalterlicher Zeit nördlich der Alpen erhalten ist. Nach der dendrochronologischen Untersuchung 1999 durch Peter Klein (Universität Hamburg) kann man das wahrscheinliche Fälldatum der verbauten Hölzer zwischen 1200 und 1220 annehmen. Die Deckenmalerei kann folglich erst nach 1220 datiert werden.

Die Gesamtfläche der Decke in stattlichen 16,5 Metern Höhe umfasst 242 qm. Verbaut wurden dafür etwa 1300 Eichenholzbohlen. Dargestellt ist die so genannte Wurzel Jesse, also der Stammbaum Christi. In den großen Feldern der Mittelachse sind von unten nach oben zu sehen: der Sündenfall, der schlafende Jesse, die Könige David, Salomo, Hiskia und Josia, Maria und der thronende Christus.

Projekt zur Bestandssicherung 1999: Ohne Grundlagen kein Monitoring!
Eine fundierte, kontinuierliche Beobachtung des Erhaltungszustands der Deckenmalerei ist nur mit einer gründlichen Kenntnis der Maltechnik, der Überarbeitungsphasen sowie der schon eingetretenen Schäden optimal möglich. Zusammengekommen war ein interdisziplinäres Team, das kunsthistorischen und restauratorischen, vermessungs- und klimatechnischen wie dokumentarischen und fotografischen Sachverstand in sich vereinigte. Entwickelt wurden ein Informationssystem, ein Schadens- und Altersplan der Deckenmalerei, innovative Dokumentationsverfahren unter Anwendung der Multispektralanalyse, ein Konservierungskonzept und für die Langzeitbeobachtung des Malereibestands ein Wartungskonzept, das so genannte Monitoring.

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Elke Behrens, Detlev Gadesmann

Publikation
Elke Behrens, Detlev Gadesmann: Das EDV-gestützte Monitoring-Verfahren für die Bilderdecke der Hildesheimer Michaeliskirche. Erforschung eines Weltkulturerbes durch das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege 1999-2006. In: Weltkulturerbe Deutschland - Präventive Konservierung und Erhaltungsperspektiven. Ursula Schädler-Saub (Hrsg.). Verlag Schnell & Steiner GmbH, Regensburg, 2008, S.78-83. (Schriften des Hornemann Instituts Band 10; ICOMOS - Hefte des Deutschen Nationalkomitees, Band 45)

Digitale Kartierung

Digitale Kartierung der Schäden auf der Malereioberfläche 1999.

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