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Die Sigwardskirche in Wunstorf-Idensen

Mittelalterkunst in Niedersachsen


Wunstorf-Idensen, Sigwardskirche.

Die Ev. Sigwardskirche (Alte Kirche) wurde zwischen 1120 und 1129 als Eigen- und Grabeskirche des Bischofs Sigward von Minden errichtet und ursprünglich der heiligen Ursula und den 11000 Jungfrauen geweiht. Die sorgfältige architektonische Gestaltung von Außenbau und Innenraum sowie die fast vollständige Ausmalung aus der Erbauungszeit um 1130 bilden ein Schlüsselwerk mittelalterlicher Kunst und ein Gesamtkunstwerk von europäischem Rang. Das Bauwerk wurde als Saalkirche mit Querhausarmen gebaut. Die Längsachse vom Westturm bis zur polygonalen Ostapsis misst etwa 25 m, die Querachse rund 13 m. Der schlichte Außenbau kontrastiert mit der Gestaltung des Innenraums, einem einschiffigen und dreijochigen Langhaus mit querhausartigen Seitenkapellen, deren nördliche dem Petrus und deren südliche dem Paulus gewidmet sind.

Wunstorf-Idensen, Sigwardskirche, Innenraumausmalung.
Wunstorf-Idensen, Sigwardskirche, Innenraumausmalung. Ausschnitte Deckengewölbe: Links "Taufe, Petrus als Täufer" und rechts "Weltgericht, Christus als Weltenrichter; links angeführt von Erzengel Michael mit dem Kreuz".

Bemerkenswert ist der differenzierte Gewölbeausbau, eine Mischform zwischen Kreuzgratgewölbe und böhmischer Kappe, der die Ausmalung mit großformatigen szenischen Darstellungen ohne Störung durch vortretende Grate ermöglichte. Besonderheiten sind die Apsiskalotte, die auf einer Fünferarkatur auf vorgesetzten Säulen aus Soester Grünsandstein sitzt, sowie die nischenartigen, in die Ostmauern eingetieften Apsidiolen der Seitenkapellen.

Die umfangreiche figürliche und ornamentale Ausmalung hat sich in wesentlichen Teilen erhalten. Das Apsisgewölbe beherrscht die Maiestas Domini. Im Gewölbe des Kirchenschiffes sind Szenen des Alten und Neuen Testaments in typologischer Gegenüberstellung sichtbar. Die Petruskapelle im nördlichen Querhausarm und die südliche Pauluskapelle sind mit Szenen aus der Geschichte der beiden Apostel ausgestattet.Die strukturelle Gliederung der Raumschale erfolgt durch vielfältigen architekturbezogenen Ornamentdekor, die Binnendifferenzierung der Szenen und Einzeldarstellungen durch ein Rahmensystem aus einfachen Farbstreifen.

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