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Airborne Laserscanning im Weserbergland

Erfassung, Erforschung und Erschließung mittelalterlicher Kulturlandschaften und Burgruinen

Laserscanning

Die Ruine Homburg bei Stadtoldendorf, Ldkr. Holzminden. Vom Hubschrauber aus tastet ein Laserscanners die Oberfläche ab, um mit den Daten georeferenzierte Höhenmodelle zu erzeugen. Durch das GPS wird die Lage der Messpunkte genau bestimmt.

Im Jahre 2008 bewilligte das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Rahmen des "Pro*Niedersachsen-Programm" das Forschungsprojekt "Archäologisch-historische Erfassung mittelalterlicher Kulturlandschaftselemente über Airborne Laserscanning/LIDAR - Grafen- und Dynastenburgen des Weserberglandes". Mit Herbstbeginn haben die Laubwälder ihre Blätter verloren und somit den Durchblick für einen optimalen Laserscan ermöglicht. Die notwendigen Befliegungen (Messflüge), durch die ArcTron 3D GmbH aus Altenthann bei Regensburg koordiniert, fanden im März 2009 statt. Die Daten liegen seit Mitte 2009 vor und sind nun weiter ausgewertet worden.

Kartierung

Burgsiedlung am Fuße des großen Eversteins (Negenborn, Ldkr. Holzminden). Vergleich einer ersten Kartierung durch Th. Künzel, die jetzt durch viele Details ergänzt wurde. Auch sind Wegesysteme und alte Grenzwälle genau zu erkennen.

In das Forschungsprojekt einbezogen sind:

  1. Homburg bei Stadtoldendorf, Ldkr. Holzminden
  2. die Burgen Großer und Kleiner Everstein mit Hünenburg bei Golmbach, Ldkr. Holzminden
  3. Burgberg bei Dassel, Ldkr. Northeim (mutmaßlicher Stammsitz der Grafen von Dassel)
  4. die ehem. Burg Hunnesrück bei Dassel, Ldkr. Northeim
  5. Burg und Schloss Nienover mit Stadtwüstung und Landwehr, Ldkr. Northeim
  6. der Kulturlandschaft im Wandel zwischen Kloster Amelungsborn, Großem und Kleinem Everstein und Homburg, Ldkr. Holzminden, mit ihren zahlreichen mittelalterlichen Wüstungsstellen.
Vorschaubild Everstein, Bild 1
Vorschaubild Everstein, Bild 2
Vorschaubild Homburg, Bild 1
Vorschaubild Homburg, Bild 2
Vorschaubild Hunnesrück
Vorschaubild Nienover

Das Projekt erstreckt sich schwerpunktmäßig auf das Umfeld der Ruine Homburg bei Stadtoldendorf, auf die Burgen Everstein bei Negenborn, die Burg und Stadtwüstung Nienover und Objekte im Raum Dassel (Ruine Hunnesrück, Burgberg). Die Ergebnisse sind auch für den Fachmann erstaunlich. Gerade in den Waldgebieten haben sich durch die Filterung der Laserdaten Digitale Bodenmodelle (DTM) entwickeln lassen, die maßgenau bekannte wie unbekannte Strukturen wiedergeben. Zu sehen z.B. die enormen Grab- und Steinbrucharbeiten an den Felsen des Großen Eversteins und viele andere Details, die nun schon analysiert sind. Die Homburg ist zum ersten Mal topographisch genau erfasst. Grabenstrukturen, Wegespuren und vieles anderes mehr sind zu erkennen, wie auch die südlich gelegene spätmittelalterliche Klause, die vom Ldkr. Holzminden untersucht wurde.

Dr. Hans-Wilhelm Heine

Sollingkarte von J. Krabbe (1603)

Ausschnitt aus der Sollingkarte von J. Krabbe (1603). Sichtbar als einfache Zeichnung die Ruine Hunnesrück mit noch vorhandenen Mauerteilen.

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