Dr. Wilhelm Gebers
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Das Schwerpunktprogramm "Siedlungskammer Rullstorf" ist beispielhaft für eine Siedlungsarchäologie, die aus denkmalpflegerischen Ansätzen entwickelt worden ist. Die ersten Hauptphasen der Siedlungstätigkeit bei Rullstorf, Ldkr. Lüneburg, datieren in die Bronzezeit und die vorrömische Eisenzeit. Später siedelten Langobarden und Sachsen an dem Ort, der durch seine frühmittelalterlichen Tierbestattungen große Bekanntheit erworben hat.
Siedlungsarchäologie hat die Aufgabe, Besiedlungsabläufe sowie die Gründe für die Dynamik des Siedlungsverhaltens ur- und frühgeschichtlicher Siedlergemeinschaften zu erschließen. Von besonderem Interesse sind hierbei die in Niedersachsen naturräumlich stark gegliederten Landschaften, die entwicklungsgeschichtlich in besonderem Maße in sich geschlossene Siedlungsräume aufweisen.
Mit der Schwerpunktgrabungen werden Informationen zur Erklärung früher Siedlungsmuster und Siedlungsveränderungen gewonnen. Auf dieser Basis wird in Kooperation mit anderen Institutionen Grundlagenforschung betrieben zur Veränderung der Natur- und Siedlungslandschaft sowie zu deren Erschließung und Nutzung durch ur- und frühgeschichtliche Siedler. Hierzu leistet das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege mit seinem Projekt "Siedlungskammer Rullstorf" einen wichtigen Beitrag.