Dr. Lothar Klappauf
Stützpunkt Goslar / Arbeitsstelle Montanarchäologie
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Niedersachsen kann außer auf weitverbreitete Eisenvorkommen vor allem auf reiche Lagerstätten an Blei, Silber und Kupfer im Harz verweisen. Bisher ging man davon aus, dass Eisen bereits seit der Zeit um 500 v. Chr. gewonnen wurde, Buntmetalle jedoch erst seit dem ersten nachchristlichen Jahrtausend. Verschiedene interdisziplinäre Forschungsprojekte ermöglichten, den Abbau der Erze im Harz bis in die Jahre vor Christi Geburt zurückzuverfolgen, ein bronzezeitlicher Abbau deutet sich an.
Eine Blütezeit erfuhr der Bergbau im Harz bereits gegen Ende des ersten nachchristlichen Jahrtausends, als die reichen Silber- und Erzvorkommen eine verlässliche finanzielle Basis der sächsischen Kaiser und Könige des Deutschen Reiches darstellten. Mit wenigen Unterbrechungen reicht dieses traditionelle Wirtschaftsgefüge im Harz bis in die jüngste Zeit. Die hervorragende Bedeutung des Bergwerks am Rammelsberg und der benachbarten Altstadt von Goslar führte zur Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe. Archäologische Untersuchungen der letzten Jahre am "Alten Lager" erlauben einen ersten Einblick in die ausgezeichnerten Erhaltungsbedingungen der ältesten Befunde aus dem 10. Jahrhundert innerhalb der Rammelsberg-Lagerstätte.