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Energiewende und Archäologie

Tagungsdokumentation Osnabrück 2013


Die von der Deutschen Stiftung Umwelt (DBU) geförderte zweitägige Veranstaltung hinterfragte die mit der Energiewende verbundenen Herausforderungen für die Kulturlandschaften: Unter- und oberirdische Stromtrassen durchziehen das Land, Solar- und Windparks werden auf historischen Flächen aufgestellt, Mais und Raps als Energiepflanzen verstärkt angebaut mit der Folge einer Belastung für die Böden und Gefährdung des sich hier befindlichen Kulturguts. Um zu verhindern, dass ganze Energielandschaften entstehen, bedarf es zukunftsfähiger Erhaltungs- und Entwicklungskonzepte, damit unsere Bodendenkmale nicht unwiederbringlich zerstört werden.

Ziel der Tagung war, damit Archäologen, Netzbetreibern, Energieversorgern sowie Vertretern aus Landwirtschaft und Naturschutz eine Plattform zur Vorstellung ihrer unterschiedlichen Interessen anzubieten, um gemeinsam Lösungen zum Schutz der archäologischen Denkmale und damit der Hinterlassenschaften längst vergangener Epochen zu entwickeln, dabei aber gleichzeitig auch den zukunftsorientierten Energie- und Versorgungskonzepten gerecht zu werden. Neben Grundsatzreferaten zu den Themenfeldern Energiewende, Netzausbau, Wind und Solarparks sowie Nachwachsende Rohstoffe und zahlreichen bundesweiten Fallbeispielen aus der praktischen archäologischen Denkmalpflege wurden in workshopartiger Atmosphäre erste Vorschläge erarbeitet. Vor allem wurde die Bedeutung der Entwicklung und Pflege guter Kommunikationsstrukturen zwischen allen Projektbeteiligten betont. Die auf der Tagung entwickelten Ansätze fließen direkt in die aktuellen Planungen zum Bau der großen Elektrizitätstrasse SüdLINK ein, die den Norden mit dem Süden Deutschlands verbinden wird.

Die Veranstalter der Tagung haben auch gemeinsam die Dokumentation herausgegeben: Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Landesamt für Archäologie Sachsen, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege und der Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland mit der Kommission für Land- und Forstwirtschaft. Die Broschüre ist kostenlos bei der deutschen Bundesstiftung Umwelt, An der Bornau 2, 49090 Osnabrück, erhältlich oder als kostenloser Download auf der Website abrufbar.

Dietmar Vonend
Aus: Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen, Heft 3/2015

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